Streng vertraulich: Arbeiten mit Whistleblowern, anonymen Quellen und nichtöffentlichen Dokumenten
17.06, 10:30–11:30 (Europe/Berlin), U9
Sprache: Deutsch

Ein Whistleblower macht noch keine Story. Ohne Belege ist man aufgeschmissen. Wie kommen wir an Unterlagen, interne Protokolle und weitere Informanten? Wie an Protagonisten? Und wie schützen wir sie? Wir erklären euch Recherchepfade und Tricks an zwei konkreten Beispielen: Dem „Horrorheim“ am Schliersee, in dem alte Menschen wohl über Jahre misshandelt wurden. Und am Tabuthema Gewalt in der Kita.

Claudia Gürkov ist Investigativ-Reporterin bei BR Recherche/BR Data, Redakteurin und Moderatorin. Schwerpunkte ihrer Arbeit für den BR und die ARD sind vor allem Missstände im Gesundheitswesen und in der Pflege. Für das ARD radiofeature „Das Horrorheim“ wurden sie und ihre Mitautorinnen mit dem DRK Medienpreis 2022 ausgezeichnet. Die Politologin befasst sich außerdem mit Rechtsextremismus, Korruption und Schwarzarbeit. Immer wieder geht es ihr dabei um Menschen mit Migrationshintergrund. Claudia Gürkov arbeitet seit 2011 beim Bayerischen Rundfunk, vorherige Stationen waren unter anderem der hr, Antenne Bayern und radio NRW.

Christiane Hawranek ist Reporterin bei BR Recherche und Autorin von Reportagen, Podcasts und Dokumentationen für den BR und die ARD/das Erste. Sie beschäftigt sich mit Menschen, denen Unrecht geschieht – und deren Stimmen zu selten gehört werden.

Bei ihren Recherchen geht es zum Beispiel um Gewalt in Kitas oder in Seniorenheimen. Sie hat mit aufgedeckt, dass in der Seniorenresidenz Schliersee Menschen über Jahre vernachlässigt wurden und womöglich sogar verhungert und verdurstet sind.

Die Recherche „Blackbox Heim“ beschäftigt sich mit Kindern, die im Heim systematisch eingesperrt wurden. Die Reportagen haben dazu geführt, dass ein Bundesgesetz geändert wurde – zum Schutz der Kinder. Für die dreiteilige Podcast-Serie „Die gefallenen Mädchen“ hat Christiane Hawranek Mütter begleitet, die bis in die 1980er Jahre Zwangsadoptionen erleben mussten. Eine der Frauen hat durch die Recherche ihren Sohn nach 38 Jahren wiedergefunden.

Christiane Hawranek hat für ihre Recherchen zahlreiche Preise gewonnen, unter anderem den Axel-Springer-Preis, den Robert Geisendörfer Preis und den Georg-Schreiber-Preis. Zwei Mal war sie für den Deutschen Radiopreis nominiert.